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Thứ Bảy, 23 tháng 2, 2013

"Bio"-Plastik

Erdöl wird eine immer knappere Ressource. Gleichzeitig ist es aber auch ein wichtiger Bestandteil in Plastik. Deshalb hat man vor einiger Zeit begonnen nach Alternativen zu suchen. Gelandet ist man bei sogenannten Bioplastik. Nur was bedeutet das überhaupt und wie funktioniert es? Und die wichtigste Frage: Ist Bioplastik besser für die Umwelt? Darum soll es in dem nachfolgenden Betrag gehen.

Für die Herstellung von Plastik ist nicht das Erdöl an sich notwendig, sondern der Kohlenstoff der im Erdöl enthalten ist. Dieser lässt sich allerdings auch aus anderen Quellen gewinnen, wie zum Beispiel Zuckerrüben, Mais oder anderen Gemüse. Wichtig ist nur, das sie stärkehaltig ist. Deshalb lässt sich z.B. auch Cellulose verwenden.
Die Stoffe werden nun mithilfe von Bakterien zu Milchsäure verarbeitet oder zu Alkohol vergoren. Damit lassen sich dann mithilfe weiterer chemischer Zwischenschritte Kunststoffe herstellen, die die gleiche oder ähnliche Eigenschaften haben wie herkömmliches Plastik auf Erdölbasis.

Ich hatte ja bereits in meinem Beitrag "Jute statt Plastik" geschrieben, dass Bioplastik nicht unbedingt umweltfreundlicher ist als normal hergestelltes Plastik. Der Grund ist, dass der Anbau der Pflanzen aus denen irgendwann Plastik wird, meist in industrieller Landwirtschaft passiert. Das bedeutet auch, dass die Böden stark gedüngt werden, was zu Umweltbelastungen führt.
Außerdem stellt sich die Frage, ob es gut ist Lebensmittel für die Produktion von Plastiktüten zu verschwenden (ähnlich der "Teller oder Tank" Diskussion im Bereich des Biokraftstoffes). Auch dass Bioplastik verrottet, stimmt nur bedingt. Verrotten tut es nur unter ganz bestimmten Bedingungen, die eigentlich nur in modernen Kompostwerken gegeben sind. Und selbst da dauert das sehr lange, so dass Bioplastik meist gar nicht von solchen Anlagen angenommen wird.

Verwendung findet Bioplastik vor allem bei speziellen Ein- und Mehrweg-Plastikflaschen. Diese sind aber bei uns noch nicht sehr weit verbreitet, man findet sie eher in den USA oder den Benelux-Ländern. Stella und mir sind sie bei unserem letzten Schwedenurlaub aufgefallen: Ein extra Zeichen auf der Flasche mit dem Schriftzug "Plantbottle" weist darauf hin, was man da in den Händen hält (siehe das etwas unscharfe Foto ;).
Das Problem ist nur, dass es noch keine Recyclingsysteme in Deutschland dafür gibt. So etwas würde sich erst ab einer Menge über 20.000 Tonnen rechnen, momentan ist es gerade mal ein viertel. Coca Cola hat aber bekanntgegeben das sie bis 2016 ihre gesammte Produktion auf Bioplastikflaschen umstellen wollen. Das ist tatsächlich auch relativ einfach, da die bisherigen Maschinen weiterverwendet werden können, ohne großartige Neuanschaffungen zu tätigen

Bleibt die Frage: Ist Bioplastik eine Alternative? Einen großen Vorteil hat es ja, das Material verrottet wesentlich schneller als jedes herkömmliche Plastikteil. Aber es gibt auch einen großen Nachteil: Bioplastik wird aus Nutzpflanzen hergestellt, die dann bei der Nahrungsproduktion fehlen. Eine effektive Produktion aus Pflanzenresten ist noch nicht möglich. Wenn es gleichzeitig hungernde Menschen auf der Welt gibt, finde ich sowas unverantwortlich. So ist Bioplastik für mich noch nicht die große Alternative zu normalen Plastik, da verwende ich lieber Glas, Jute oder Papiertüten.

Thứ Ba, 5 tháng 2, 2013

"Jute statt Plastik"!


"Jute statt Plastik" - Das war der Schlachtruf, mit dem in den 70er und 80er Jahren die Umweltbewegung gegen die Wegwerfmentalität demonstrierte. Heutzutage scheint so etwas kaum noch jemanden zu interessieren, dabei ist das Problem mit den Plastikbeutel heute aktueller denn je. Und die Alternativen vielfältig.


500 Milliarden Plastiktüten werden jährlich produziert, um dann im Durchschnitt 25min verwendet zu werden. Diese riesigen Mengen Plastik führen zu einer riesigen Menge Müll, die nur schwer von der Natur abgebaut werden kann. Man schätzt den Zeitraum, den eine Plastiktüte braucht um zu verrotten, auf 100-500 Jahre. Das ist vor allem (aber nicht nur) in Ländern ein Problem, in denen die Müllentsorgung und die Recyclingsysteme nicht so wichtig angesehen werden wie in Deutschland. Viele Menschen die nach Deutschland kommen, und die ich kennen lernen darf sind zu allererst einmal erstaunt wie penibel wir Deutschen bei der Mülltrennung sind. Obwohl ich das gar nicht so empfinde, vor allem wenn ich so in die Grüne Punkt Tonnen bei uns im Hof schaue.

Was Plastikbeutel anbelangt gibt es allerdings auch viele Länder, in denen der Verkauf ganz oder teilweise verboten ist oder wo eine extra Steuer auf Plastikbeutel erhoben wird. Da wird an einen anderen Punkt angesetzt als bei uns mit dem recyceln. Ein Verbot besteht zum Beispiel in Bhutan, Bangladesh, Frankreich, Indien oder Italien. In einzelnen Bundestaaten von Australien sind die Beutel ebenfalls verboten, wie auch in den US-amerikanischen Städten San Francisco und Los Angeles. In China, Großbritannien, Irland und Bundesstaaten der USA gibt es zumindest Steuern auf Plastiktüten. In Deutschland übrigens ist das Umweltministerium (2008, aktuelleres habe ich leider nicht gefunden) der Auffassung das ein Verbot der Warenverkehrsfreiheit in der EU entgegensteht. Man weißt  außerdem darauf hin, das in Deutschland durch das moderne Recyclingsystem (bis zu 70Prozent wird recycelt, der Rest geht meist in die Müllverbrennung) keine so starke Umweltbelastung von Plastiktüten ausgeht, wie das in anderen Ländern der Fall ist. Zumindest wird dem Verbraucher in der Pressemitteilung gleich noch Tipps gegeben, welche Alternativen man verwenden kann.

Gut, aber welche Alternativen gibt es? Als wir mit dem Experiment "Leben ohne Plastik" angefangen haben, war so ziemlich unser erster Schritt der, uns anzugewöhnen immer beim Einkauf einen Stoffbeutel mitzunehmen. Wir hatten darauf zwar schon früher geachtet, allerdings auch immer mal wieder den Beutel vergessen.
Auch stabile Beutel aus Recycling-Plastik, die man immer wieder verwendet sind eine Möglichkeit. Es gibt auch Beutel aus Meis- oder Kartoffelstärke und auch welche aus Polymilchsäure. In einer aktuellen Studie (die gibt es hier, und hier eine Zusammenfassung) des Umweltbundesamtes wird übrigens darauf verwiesen, das u.a. durch den Einsatz von Düngemitteln solche Tüten nicht Umweltschonender seien als herkömmliche Plastiktüten.
Und dann gibt es natürlich noch die gute alte Papiertüte, die es in vielen Biosupermärkte für Obst und Gemüse oder dem Gesamteinkauf gibt. Einen Jutebeutel haben wir übrigens auch, der wird vor allen bei großen Einkäufen verwendet.

Aufgrund der guten Alternativen sehe ich persönlich keinerlei Gründe, Plastiktüten zu verwenden. Bleibt aber noch die Frage, ob ein Verbot sinnvoll ist. Ich bin immer dagegen etwas zu verbieten, weil das immer einer Entmündigung gleich kommt und Abwehrreflexe hervorruft. Dazu muss es gute Gründe geben. Umweltverschmutzung ist davon ein wichtiger. Dennoch denke ich, das eine Steuer auf Plastiktüten sinnvoller ist. Damit würden die Kosten der Plastiktüten sichtbar gemacht und ein Nachdenken beim Verbraucher setzt hoffentlich ein. Mit dem Geld sollte man dann aber auch die Umweltschäden von Plastik beseitigen, oder Aufklärungskampagnen finanzieren, wie es zum Beispiel in Irland passiert.

Thứ Bảy, 2 tháng 2, 2013

Doku-Empfehlung: Hauptsache haltbar


Heute bin ich zufällig über eine arte-Dokumentation gestolpert, die ich euch empfehlen möchte. Hauptsache haltbar - Gefährliche Verpackungen ist eine Dokumentation aus dem Jahr 2010 von Inge Altemeier und Reinhard Hornung. In der 30-minütigen Dokumentation wird über Gift- und Schadstoffe in Lebensmittelverpackungen berichtet, ein besonderes Augenmerk legen die Macher_innen auf Weichmacher in Verpackungen. 




Zusammenfassung
Wissenschaftler_innen, die Schadstoffe in Lebensmitteln testen, weisen darauf hin, dass fast alle verpackten Lebensmittel in Deutschland mit gefährlichen Stoffen belastet sind. Weichmacher, die so genannten Phtalate lassen sich in erschreckend vielen Lebensmitteln nachweisen, so zum Beispiel in dem berühmten Nuss-Nougat-Aufstrich oder in Getränken, die in Tetrapacks verkauft werden sowie in allen Lebensmitteln, die in Dosen konserviert wurden. 

Phtalate, Bisphenol A ist nur das bekannteste, wirken wie Hormone, genauer wie weibliche Hormone, und sorgen so für hormonelle Störungen. Das äußert sich zum Beispiel in Unfruchtbarkeit bei Männern oder durch unterentwickelte Hoden bei Babys, deren Mütter in der Schwangerschaft viel mit Weichmachern in Berührung gekommen sind. 

Obwohl DEHP, einer der aggressivsten Weichmacher, in Spielzeugen längst verboten ist, konnte er in einer Studie, die in der Dokumentation zitiert wird, bei 100% der getesteten Kinder nachgewiesen werden. Wissenschaftler_innen vermuten, dass das Phtalat mit dem Verzehr von Lebensmitteln in den Blutkreislauf der Kinder kommt. 

Bisphenol A oder kurz BPA, einer der bekanntesten Weichmacher, ist in Deutschland zwar in Babyflaschen verboten, aber Baby- und Kindernahrung kann trotzdem noch in BPA-belasteten Stoffen verpackt werden. Allein in Dänemark ist BPA im Zusammenhang mit allen Lebensmitteln für Kinder verboten, erfährt man in der Dokumentation. 

Die Dokumentation weist aber auch darauf hin, dass ein EU-Verbot von Phtalaten in Lebensmittelverpackungen wohl kaum eine Auswirkung hätte, da die meisten Verpackungsmaterialien aus Asien importiert werden. Dort gelten EU-Regelungen natürlich nicht. 

Auch Konservendosen sind nicht unbedenklich, denn im Inneren der Dosen verbirgt sich eine dünne Kunstharzschicht, die die Lebensmitteln vor dem Oxidieren schützen soll. In dieser Kunstharzschicht verbergen sich ebenfalls Weichmacher. Da die Lebensmitteln zumeist heiß in Konserven eingefüllt wird, findet sich in Lebensmitteln aus Dosen eine sehr hohe Konzentration an Phtalaten, wird in der Doku bereichtet. 

Allerdings birgt nicht nur Plastik Gefahren, auch Lebensmittel, die in Pappe oder Papier verpackt sind, können mit Schadstoffen belastet sein. Das kommt vor allem durch die Druckfarben, die Mineralöl oder sogar ebenfalls Phtalate enthalten können. Im Recycling-Verfahren werden die Schadstoffe nicht herausgelöst, sondern einfach wieder mit verarbeitet. 

Was bleibt offen?
Am Anfang der Dokumentation wird berichtet, dass Nutella mit hohen Konzentrationen von Phtalaten belastet ist. Allerdings wird nicht beschrieben, warum der Aufstrich belastet ist, immerhin kommt er im Glas daher. Ich könnte mir zwei Möglichkeiten vorstellen: Entweder die Weichmacher sitzen im Deckel, oder sie gelangen bei der Verarbeitung in das Lebensmittel. 
Leider wird auch nicht weiter auf Lebensmittel in Gläsern eingegangen, sie werden nur in einem Nebensatz erwähnt. Schade. 

Außerdem bietet die Dokumentation keine Lösungsansätze. Das Problem wird eindrucksvoll aufgezeigt, aber dann wird der Verbraucher, wird die Verbraucherin alleine gelassen. Wenn nun überall giftige Substanzen lauern, was kann ich machen?
Für mich hat die Dokumentation bestärkt, so viel wie möglich aus frischen Zutaten selber zu machen. Allerdings ist auch die Gläser-Frage damit nicht wirklich geklärt. Die meisten Schraubgläser haben eine dünne Plastikschicht im Deckel, damit sie luftdicht schließen. Von Zwergenwiese gibt es Gläser, die ohne Weichmacher im Deckel auskommen, das ist wohl die bessere Alternative zu herkömmlichen Twist-Off-Gläsern. Auch alte Einmachgläser kommen ohne Plastik aus. 

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Den Link zur Doku findet ihr auch in unserer Abteilung Medien. Die haben wir auch mal ein wenig aufgeräumt und erweitert. Wenn wir noch etwas oder jemanden vergessen haben, oder ihr noch Tipps habt, schreibt uns gerne einen Kommentar oder eine Mail

Thứ Ba, 24 tháng 7, 2012

Getränke - Plastik oder Glas, Einweg oder Mehrweg?

via
Dank der mittlerweile endlich angekommenen Sommerhitze trinken wir beide momentan ganz schön viel. Ich hole dann immer die Getränkekästen aus dem Supermarkt und stell immer wieder aufs neue fest, wie schwer so ein Kasten Glasflaschen mit Wasser ist. Ab und zu mogelt sich dann auch eine Plastikflasche unter, mit der leichten Gewissensberuhigung, das es ja Pfand auf die Flasche gibt und sie daher wiederverwendet wird. Doch was hat es mit Einweg- und Mehrweg-Flaschen auf sich, und sind Glasflaschen wirklich ökologischer als Plastikflaschen.

Es gibt, wie bereits erwähnt, Einweg- und Mehrwegflaschen und zwar aus Glas und Plastik. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie oft eine Flasche wieder befüllt wird und was aus ihr wird, wenn der "Lebenszyklus" beendet ist.

Glasmehrwegflaschen: Glasmehrwegflaschen werden ca. 6 Jahre verwendet und 40-50mal wieder befüllt. Danach werden sie eingeschmolzen und für anderen Glasprodukte und Flaschen verwendet. Positiv, neben dem mehrmaligen wiederbefüllen ist der Stoff Glas: die notwendigen Rohstoffe (grob gesagt Sand) ist quasi unendlich vorhanden und es ist problemlos vollständig abbaubar. Außerdem ist es geschmacksneutral, das heißt es reagiert nicht mit der Flüssigkeit in der Flasche. Der größte Kritikpunkt an Glasflaschen ist das hohe Gewicht, was sich beim Transport in eine schlechte Ökobilanz niederschlägt, sowie der Energieaufwand der zur Produktion notwendig ist. Wenigsten den weiten Transport kann man relativ einfach vermeiden, indem man regionale Produkte kauft.

Plastikmehrwegflaschen: Diese werden etwa 25mal wiederverwendet. Danach wird ein Teil der Flaschen zu neuen Plastikflaschen recycelt, das meiste geht aber in andere Bereiche wie die Kleidungsproduktion. Die Energiebilanz für den Transport ist im Gegensatz zu Glasflaschen besser, weil die Flaschen leichter sind. Deshalb empfiehlt der NABU auch Mehrwegplastikflaschen gegenüber Glasflaschen. Nachteile sind zuerst einmal, dass das Plastik mit dem Inhalt reagiert und durchlässig ist. Deshalb schmeckt Wasser für manche nach Plastik und Säfte haben bis zum Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatum Vitamine und Geschmack verloren. Und für mich ist die Vorstellung gruselig, dass ich Plastik zu mir nehme (in welchen mikroskopisch kleinen Mengen auch immer). Weiterhin sind die Ressourcen zur Plastikherstellung (Erdöl) endlich und werden immer knapper. Daneben gibt es die Müllproblematik: längst nicht jede Flasche findet ihren Weg zurück in den Supermarkt und bis sie verrottet ist, dauert es gut und gerne 600 Jahre

Glas- bzw. Plastikeinwegflaschen: Haben im Prinzip die gleichen Vor- und Nachteile wie ihre Mehrweg-Alternativen, nur das sie nur einmal verwendet werden. Somit fällt bei den Glasflaschen der hohe Energieaufwand bei der Produktion noch stärker ins Gewicht. Bei Plastikflaschen ist es die Müllproblematik, da mehr Einwegflaschen produziert werden

Daneben gibt es noch Glas- und Plastikflaschen, die ohne Pfand verkauft werden. Diese werden auch nicht wiederverwendet. Wollte ich nur der Vollständigkeit halber erwähnen.

Wie erkenne ich nun Mehrwegflaschen? Die einfachste Methode ist darauf zu achten, wie hoch der Pfand ist: 25Cent Pfand gibt es auf Einwegflaschen, 15 bzw. 8 Cent auf Mehrwegflaschen. Ansonsten steht auf den Flaschen auch drauf, ob es sich um eine Mehrwegflaschen handelt. 


Fazit: Bei uns kommen eigentlich nur Glasflaschen ins Haus, nur ab und zu kommt eine Plastikflasche mit dazu, wenn es das Getränk nicht in Glasflaschen gibt (und die Versuchung zu groß ist). Wir versuchen das aber so gut wie möglich zu vermeiden und weiter zu reduzieren. Aus meiner Recherche habe ich mitgenommen, nun mehr und besser auf Mehrwegflaschen zu achten. Mir waren die Unterscheidungsmerkmale gar nicht so bewusst. Außerdem werde ich wegen des Transports und der damit zusammenhängenden Energiebilanz mehr auf Regionalität achten, hab ich beim Mineralwasser bisher nicht getan. Ich kann allerdings auch verstehen, wenn Menschen aufgrund des Gewichtes und der Energiebilanz eher zur Plastikflasche tendieren. Letztendlich muss jede*r selbst entscheiden, was wichtiger ist. Am ökologischsten ist natürlich das Wasser aus der Leitung, das in Deutschland auch ungefährlich ist (meistens jedenfalls, manchmal sorgen alte Leitungen dafür, das es zu bleihaltig wird. Im Zweifelsfall erkundigt man sich oder lässt es testen). Wenn es noch ein bisschen Geschmack sein darf, kann ich unsere Zitronen-Melissen-Limonade nur empfehlen. 

Quellen/weiterführende Links: Ich hab mich vor allem auf die Seite des NABU gestützt, sehr zu empfehlen, wenn man noch weiterführende Fragen hat. 
Die Deutsche Umwelthilfe hat gut die Vorteile von Glasflaschen zusammengetragen.

Thứ Bảy, 30 tháng 6, 2012

Bio-Lebensmittel in Plastikverpackung

Ich habe mich schon oft gefragt, warum in Supermärkten Bio-Obst und -Gemüse oft in Plastik verpackt ist, während konventionelle Lebensmittel ohne Plastikmüll auskommen. Dazu habe ich einen interessanten Artikel von Carina Herbst auf feelgreen.de gefunden. Sie hat Betreiber*innen von Supermärkten und Bioläden, in denen mittlerweile auch immer mehr Frischware verpackt angeboten wird, befragt und interessante Antworten erhalten. 


Transport
Bio heißt noch lange nicht ökologisch und schon gar nicht regional. Was in den Supermärkten als Bioware verkauft wird, kommt meistens nicht aus Deutschland, sondern aus Südafrika, der Türkei, Neuseeland... Damit Obst und Gemüse den Transport unbeschadet und ohne Feuchtigkeitsverlust übersteht, wird es in Plastik eingepackt. Einzeln. Das trifft zum Beispiel bei Gurken oder Auberginen zu. 

Verwechslungsgefahr
Aber auch gut lagerfähige Obstsorten wie Äpfel gibt es meist nur in Plastikfolie verschweißt. Warum? Supermärkte packen ihre Bio-Lebensmittel in Plastik, damit sie nicht mit den konventionellen Frischwaren verwechselt werden können. Das scheint zum einen beim Transport wichtig zu sein, zum anderen zur Abrechnung an der Kasse. Nicht, dass man versehentlich weniger für die gute Bioware bezahlt. 

Kein Kleber auf Bio
Verwechslungsgefahr könnte man ja eigentlich auch ausschließen, indem man Klebeetiketten benutzt. Ich glaube zwar, dass die Etiketten auch aus Kunststoff bestehen, weiß allerdings nicht, auf welcher Basis der Kleber hergestellt wird. Weiß da jemand mehr? Auf jeden Fall wäre der Plastikeinsatz deutlich geringer. Allerdings gibt es wohl Kund*innen, die sich über den Kleber auf dem guten Biogemüse beschweren. Die Lösung wäre wohl, einfach auf den Markt oder in den Biosupermarkt zu gehen. Da gibt es nämlich nichts, mit dem man die Bioware verwechseln könnte. 

Bitte nicht anfassen
Allerdings werden auch in Biomärkten Frischwaren immer öfter in Plastik verpackt angeboten. Paradox. Aber anscheinend gibt es Menschen, die nicht wollen, dass man ihr Obst und Gemüse anfasst. Eigentlich ja nur die konsequente Weiterführung einer Landwirtschaft, in der Maschinen und chemische Mittel regieren und der Mensch wenig Platz hat. Für mich absolut nicht nachzuvollziehen. Mal davon abgesehen, dass Kulturpflanzen von Menschen gezüchtet, gehegt und gepflegt werden (sollten), ist das Einkaufen von Lebensmitteln, grade  von Obst und Gemüse, doch ein absolut sensorisches Erlebnis. Den Reifegrad und die Qualität von Früchten erkennt man, indem man sie fühlt und riecht. Völlig unmöglich, wenn das Lebensmittel eingeschweißt ist. Aber wenn es die Kund*innen nun mal so wollen...

Ohne Makel
Wenn Kräuter oder Salate nicht in Plastik verpackt werden, lassen sie abends im Supermarkt oder Bioladen die Blätter hängen. Logisch und ganz natürlich. Allerdings will der Kunde / will die Kundin Qualität für ihr sauer verdientes Geld. Da muss der Salat auch abends noch aussehen, als käme er frisch vom Feld. Plastik lässt keine Flüssigkeit entweichen. Kurze Zeit mag das die Waren frisch halten, nach einiger Zeit führt das garantiert zu Schimmelbildung. 


Das sind alles Gründe, die für mich nicht wirklich zwingend sind. Viel hängt anscheinend von der Kundin ab. Das heißt aber auch, dass wir die Macht haben, dem Verpackungswahnsinn Einhalt zu gebieten. 

Wenn wir regionale Lebensmittel kaufen, müssen Lebensmittel nicht über lange Wege frisch gehalten werden. Außerdem verbraucht der Transport von Lebensmitteln eine Menge CO2, die ebenfalls eingespart werden kann, wenn wir regional einkaufen. 

Wenn wir Ware lieber lose, als verpackt kaufen, müssen die Supermarkt- und Ladenbetreiber sich anpassen. Beschweren wir uns einfach mal über den ganzen Plastikmüll und drehen den Spieß um. Wir wollen unser Obst und Gemüse riechen und fühlen können und keine Berge von unnötigem Plastikmüll verantworten. 

Thứ Tư, 8 tháng 2, 2012

Nudeln - Ohne Plastik oder Bio?

Ein leidliches Thema für alle, die versuchen Plastik zu vermeiden, sind Nudeln. 

Nudeln gehören mittlerweile fast zu den Grundnahrungsmitteln, sind schnell gemacht, schmecken gut und lassen sich zu vielen leckeren Gerichten verarbeiten. 
Der umwelt- und gesundheitsbewusste Mensch kauft am liebsten Bio-Nudeln mit Zutaten aus gutem kontrolliertem Anbau, manchmal sogar in der Vollkorn-Variante. 

Leider scheint es fast unmöglich, Bio-Nudeln in der Pappschachtel oder sogar lose zu finden (Tipps sind wie immer willkommen). Dafür wird man im Supermarkt-Regal recht schnell fündig. Nudeln von Barilla gibt es in vielen Varianten in Pappe, ganz ohne Sichtfenster aus Plastik. 
Also entweder Bio in Plastik oder konventionell ohne Plastik. Das stellt viele umweltbewusste Menschen vor eine essentielle Frage: Was ist unterstützenswerter? Kontrolliert biologischer Anbau oder Müll- und Plastikvermeidung. Ich persönlich möchte mich hier nicht an einer Antwort versuchen. 

Wenn man sich nun für die Barilla-Nudeln in der Papp-Verpackung entscheidet, glaubt man vielleicht sich und der Umwelt etwas Gutes getan zu haben. Keine Schadstoffe aus dem Plastik in meinem Mittagessen und schon wieder Plastikmüll vermieden. Leider stimmt das nicht ganz. 2011 testete Stiftung Warentest Spiralnudeln und entdeckte in den Nudeln von Barilla und real Quality, die beide in Pappschachteln verpackt sind, Rückstände von Mineralöl. Das gelangt durch Druckfarbe von Zeitungen in die Recycling-Kartons. Zwar ist noch unklar, was die Substanzen im menschlichen Körper anrichten, aber Erdöl im Körper möchte ich bitte nicht haben.

Also bleiben nur plastikverpackte Nudeln übrig? 

Die Lösung lautet auch hier: Selbermachen statt Kaufen. Nudeln kann man schon aus Wasser und Mehl ganz einfach in 15 Minuten selber machen. Komplett plastikfrei, lecker und mit guten Zutaten. 
Ich dachte immer, Nudeln zu machen wäre aufwändig, immerhin gibt es dafür ja spezielle Maschinen. Aber nachdem ich Lisas Bericht gelesen habe, musste ich es einfach selber ausprobieren und es ist wirklich ganz einfach. Jetzt seid ihr neugierig, wie das funktioniert, was?

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für selbstgemachte Nudeln werden wir euch am Freitag präsentieren, bis dahin braucht ihr noch etwas Geduld. Das ganze wird der Auftakt zu einer wöchentlichen Reihe Plastikfrei genießen - Kochen und Backen ohne Plastik, bei der wir euch jeden Freitag ein Rezept vorstellen wollen, das man völlig ohne Plastik nachkochen kann. Seid gespannt.

Foto via foto.bulle

Chủ Nhật, 23 tháng 1, 2011

Die Plastiktüte


Heute soll es um etwas gehen das von einer Zeitschrift unlängst zum Wirtschaftswundersymbol erhoben wurde: Die Plastiktüte. Sie feierte vor kurzen ihren 50. Geburtstag.

Am 1. November 1960 wurde in Deutschland das Patent zur „maschinellen Herstellung einer Plastiktragetasche“ eingereicht und bereits ein Jahr später orderten erste Kaufhäuser über 80.000 Stück. Ihrem Siegeszug schien nichts im Wege zu stehen: Ihre unschlagbaren Eigenschaften, billig, reißfest, leicht und Wasserdicht, macht die Plastiktüte ideal als schnelllebiges Wegwerfobjekt. Ihre Umweltschädlichkeit stand erst viel später im Blickpunkt der Konsumenten, genauer mit der Ölkrise 1973. Plötzlich wurde ein Zusammenhang zwischen Öl und Plastiktüte hergestellt, es  entstanden Initiativen wie „Jute statt Plastik“, die dann leider bald wieder der Vergessenheit anheimfielen. Erst in der jüngeren Zeit nimmt die Öffentlichkeit wieder vermehrt davon Notiz, vor allen durch die Verschmutzung der Meere. 6,4 Millionen Tonnen Kunststoff gelangen jedes Jahr in die Ozeane! Mit der Zeit haben sich so 5 riesige Müllstrudel gebildet, der größte hat die Ausmaße von Mitteleuropa. Man schätzt die Menge des Plastikmülls auf über 100 Millionen Tonnen. Durch die Sonneneinstrahlung zersetzt sich der Müll in immer kleinere Teile, die schließlich von Meerestieren als Plankton gehalten, gefressen werden und so über die Nahrungskette bei uns wieder ankommen.

Hier noch ein paar Daten und Fakten zur Plastiktüte

  • eine Plastiktüte von Aldi, als Beispiel verbraucht bei der Herstellung ca. 80ml Erdöl
  • 65 Plastitüten werden durchschnittlich pro Jahr und Kopf in Deutschland verbraucht, andere Länder sind noch verschwenderischer: Australien 160; Großbritannien 290; USA: 300 Stück
  • 600 Milliarden Tüten werden jährlich weltweit hergestellt.
  • 50.000 Tonnen Kunststoff im Jahr werden allein in Deutschland für Plastiktüten aufgewendet
  • 500 Jahre kann es dauert bis sich eine Tüte vollständig zersetzt hat
  • 100.000 Meerestiere verenden jährlich an Plastiktüten vor der Küste Australiens.
  • 92 Gramm CO2 werden bei der Herstellung einer Plastiktüten ausgestoßen – macht bei 5,3 Milliarden Stück, die allein in Deutschland hergestellt werden 478 600 Tonnen CO2
  • 5 Jahre Haft drohen Indern, die mit Plastiktüten handeln. In Mexiko müssen Geschäfte 9000€ Strafe zahlen, wenn sie eine Tüte umsonst an die Kunden abgeben